SUSI-Q    

 

Susi-Q (Quick) für Kenner

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SuSi Q
Typ - 10 12 14 16 18 20
Zoomfaktor - 0.640 0.700 0.760 0.810 0.860 0.900
Anzahl Zellen - 29 29 29 29 29 29
Projizierte Spannweite m 5.25 5.86 6.39 6.82 7.23 7.61
Projizierte Fläche 10.00 12.28 14.26 16.24 18.20 20.22
Projizierte Streckung - 2.86 2.86 2.86 2.86 2.86 2.86
Ausgelegte Spannweite m 6.84 7.59 8.12 8.66 9.18 9.67
Ausgelegte Fläche 11.70 14.58 16.67 19.00 21.30 23.65
Ausgelegte Streckung - 3.95 3.95 3.95 3.95 3.95 3.95
Leinenlänge m 3.58 4.12 4.93 5.27 5.58 5.88
Gesamtleinenlänge m 144 162 195 208 220 232
Max. Profiltiefe m 2.11 2.33 2.50 2.67 2.83 2.98
Min. Profiltiefe m 0.69 0.77 0.82 0.87 0.92 0.97
Gewicht kg 2.0 2.3 2.6 2.8 3.1 3.3
Zulässiges Startgewicht kg 60-100 60-100 60-90 60-100 60-90 60-85 / 120
Abfluggewicht Motor kg
Sitze - 1 1 1 1 1 1
Gütesiegel - D D B

A von 60 bis 85 Kilo

C bis 120 Kilo

 

 

In den großen Größen bzw. bei geringem Gewicht ist der SuSi Q mit A oder B zugelassen. Bei den kleineren Geräten bzw. bei höherer Flächenbelastung erhöht sich natürlich der Pilotenanspruch. Einige Hersteller von Mini-Wings gehen den Weg, die Pilotenanforderung tabellarisch in Abhängigkeit der Flächenbelastung und Größe darzustellen. Im Falle des SuSi Q 14 würden wir also z.B. einen sehr erfahrenen Piloten bei einem Startgewicht von über 80kg fordern. Es bliebe dann jedoch z.B. unklar, was genau ein "sehr erfahrener Pilot" ist. Darum möchten wir für die kleinen Größen des SuSi Q einen anderen Weg gehen, und statt dessen möglichst schonungslos die Gefahren des Fliegens mit sehr großer Flächenbelastung bzw. mit sehr kleinen Schirmen schildern.

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1.) Kleine Toleranz gegenüber falsch dosierten Steuerinputs
Man sieht oft Gleitschirmpiloten bei der Landung, die z.B. zu hoch anfliegen, und dann ohne viel Konzept sehr niedrig einen Kreis, oder eine 180 Grad Kehre fliegen, wenn sie bemerken, dass der Wind doch aus der anderen Richtung kommt. Ein solcher schlecht ausgeführter bodennaher Richtungswechsel geht mit einem normal großen Gleitschirm in aller Regel glimpflich aus. Mit einem SuSi Q 14 ist die Sinkgeschwindigkeit in der Kurve ungleich größer und damit steigt auch die Wahrscheinlichkeit für einen Unfall.Ähnliches gilt für unbeabsichtigte Rollbewegungen: Was bei einem normalen Schirm ein unkritisches, langsames Rollen ist, ähnelt bei einem Mini-Schirm eher einem "Haken-Schlagen" mit schnellen Richtungswechseln und großem Höhenverlust. Es ist unbedingt notwendig, dass der Pilot in der Lage ist, eine solche (z.B. turbulenzbedingte) Rollbewegung sofort und intuitiv zu stoppen.  Auch nach einem Klapper muss der Pilot sehr schnell und dosiert eingreifen, um einen großen Höhenverlust zu verhindern.

 

2.) Bremsende Fläche bei einer "Out-of-Control-Situation"

Es gibt sehr viele Gleitschirmunfälle, die glimpflich ausgehen, obwohl der Pilot keine Kontrolle mehr hat. 25qm Tuch gewährleisten auch im arg deformierten Zustand, dass die Energie beim Crash in vielen Fällen so klein ist, dass es zu keinen schweren Verletzungen kommt. Ist der Schirm nur halb so groß, verdoppelt sich die Aufschlagenergie. Damit steigt natürlich auch das Risiko für Verletzungen.


3.) Höhere Geschwindigkeit

Man muss beim Start schneller laufen, und der Schirm verliert nach dem Start viel mehr Höhe, bis er ausreichend Fahrt aufgenommen hat. Das erhöht den Pilotenanspruch und die Startbedingungen müssen anders beurteilt werden, als mit einem großen Gleitschirm.

Beim Landen ist man auch schneller und in Verbindung mit dem viel größeren Kurvensinken muss man genau wissen, wie man anfliegt. Man kann nicht einfach noch einmal schnell einen Kreis fliegen, oder (ohne genaues Konzept) zwei Kurven zusätzlich einbauen, wenn man bemerkt, dass man ein bisschen zu hoch ist. Und wenn man bei der Landung zu weit gleitet und z.B. in einen Zaun fliegt, ist man auch besser beraten, wenn man unter einem großen und damit langsamen Schirm hängt!


4.) Die Versuchung bei turbulenten, windigen Bedingungen zu fliegen
Man kann mit einem kleinen Schirm natürlich bei sehr viel Wind problemlos starten.
Das verleitet, in windigen und turbulenten Bedingungen zu fliegen, in denen man mit einem normalen Schirm gar nicht erst gestartet wäre. Natürlich kann man in einigermaßen laminaren (Soaring-)Bedingungen mit einem kleinen Schirm das sicher fliegbare Windfenster nach oben hin deutlich erweitern.

Vor allem im Gebirge ist starker Wind aber in der Regel mit starker Turbulenz verbunden. Und wir halten nichts von der weit verbreiteten Ansicht, dass es mit einem Mini-Schirm, wie dem SuSi Q 10 sicherer ist, in sehr starker Turbulenz zu fliegen, als mit einem großen sicheren Schirm, wie dem SuSi 20.


5.) Die Versuchung bodennah zu fliegen (betrifft vor allem die Größen 10 & 12)
Die Größen 10 und 12 gleiten zwar deutlich besser als ähnlich große Speedflyer, haben aber ansonsten eine vergleichbare Flugcharakteristik: Man verliert in engen Kurven sehr viel Höhe und kann dies nutzen, um bodennah mit großer Geschwindigkeit der Geländekontur zu folgen.

Eine Fehleinschätzung, oder eine unerwartete Turbulenz kann hier schnell zu einem schweren Unfall führen.


Je höher die Flächenbelastung ist, desto schwerer wiegen natürlich die fünf Punkte. Wie eingangs erwähnt, verzichten wir bewusst darauf, den Piloten die Gewichtung dieser Punkte abzunehmen, indem wir gewisse Flächenbelastungen nur für "erfahrene" und andere  für "sehr erfahrene" Piloten empfehlen. Wir glauben, dass die Aussagekraft einer solchen Einteilung recht klein ist. Statt dessen appellieren wir an die Piloten, die fünf Punkte gewissenhaft durchzulesen und im Zweifelsfall lieber einen größeren, statt einen zu kleinen SuSi Q zu wählen.

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